Unsere pädagogische Arbeit

Pädagogisches Konzept.

Unser Konzept beschreibt, wie wir Kinder als aktive Gestalter ihrer Entwicklung begleiten und welche Werte unseren gemeinsamen Alltag prägen.

Über die Kita

Die EKT (Elterninitiativ-Kinder-Tagesstätte) Heinzegraben e.V. „Kita Penthaus“ ist in der Trägerschaft des Bezirks Reinickendorf in Berlin. Sie befindet sich in einem zweigeschossigen Penthaus mit drei Haupträumen, einer Küche, zwei Bädern und einer Garderobe sowie einem weitläufigen naturnahen Garten.

Das System des Kinderladens lässt sich anhand eines Dreiecks gut beschreiben, dieses bildet sich aus Senat, Vorstand und Elternschaft (Senat und Elternschaft finanzieren die EKT und der Vorstand ist das verwaltende Organ). Die EKT orientiert sich am Berliner Bildungsprogramm.

Der Kinderladen wurde am 21. April 1970 gegründet und ist ein eingetragener Verein. Der Vorstand besteht aus freiwilligen Eltern.

In der Kita wird ein offenes Konzept praktiziert. Derzeit besuchen 12 Kinder unsere altersgemischte Gruppe; maximal werden 16 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren betreut.

Die Öffnungszeiten sind von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr.

Lage der Kita

Reinickendorf ist ein sehr familienreicher Bezirk mit vielen Spielplätzen. Im Stadtteil befinden sich überwiegend Neubauten. Der Bezirk erfuhr in den letzten Jahren durch den kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs eine positive Entwicklung.

Im Stadtteil befinden sich gesamtstädtisch bedeutsame Bildungseinrichtungen (Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien) und zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen (Fontane-Haus mit Stadtbibliothek, Musikschule Atrium, Jugendclub ComX, Abenteuerspielplätze, Frauenzentrum „Flotte Lotte“, Jugendverkehrsschule).

Die Kinder, die überwiegend in der nahen Umgebung der Einrichtung wohnen, kommen vorrangig aus multikulturellen Familien. Untereinander sind die Eltern und Kinder auch privat verbunden, was durch die naheliegenden Wohnungen unterstützt wird. Allerdings ist es den Erzieherinnen ein Anliegen, eine gute Mischung aus verschiedenen Sozialschichten und multikulturellen Familien zu schaffen. Dies gelingt durch ausführliche „Kennenlern-Gespräche“, in denen sich die Leitung, das Team sowie auch die Eltern klar darüber werden, ob sie sich in Zukunft in der Einrichtung „sehen“.

Das Team

Das Team besteht aus drei Erzieherinnen, wovon eine die Zusatzausbildung zur Integrationserzieherin besitzt. Regelmäßig findet eine Teamsitzung mit allen Teammitgliedern statt.

Leitbild/ Unser Bild vom Kind

Wir gehen davon aus, dass das Kind bereits alle Grundlagen des Menschen besitzt und sich in einer speziellen Stufe des Menschseins befindet, in der es je nach Alter und Reife verschiedene Wesenszüge ausbildet. Die genetische Anlage, die Umwelt und die Selbststeuerung des Kindes bedingen sich wechselseitig und bestimmen so seine Entwicklung. Das Kind braucht Vorbilder, Hilfestellungen, Raum und Zeit, um sich selbst auszuprobieren und frei entfalten zu können, damit es sich weiterentwickeln und seine Anlagen ausbauen kann.

Das Kind wird als aktiver Gestalter seiner Umwelt gesehen. Es ist in der Lage, durch selbstinitiierte Situationen optimale Lernvoraussetzungen für seine eigene Entwicklung zu schaffen. Die Erzieherin versteht sich dabei als Begleiterin und Unterstützerin der Kinder.

Durch Angebote und Projekte, die das Interesse und die aktuellen Themen aus der Lebenswelt der Kinder widerspiegeln, wird die Neugierde und Lust am Experimentieren und Erforschen unterstützt und gefördert. Der umgesetzte Situationsansatz dient dazu, die aktuellen Interessen der Kinder wahrzunehmen und aufzugreifen, um ihr Verständnis und Wissen nachhaltig zu erweitern.

Ein weiterer Gedanke hinter diesem Konzept ist die Förderung der ko-konstruktiven Bildung und die Bedeutung der Partizipation. Chancengleichheit, Transparenz und die Anpassung an das Kind und den Rahmen bilden dafür die Grundlage.

Schwerpunkte und Ziele unserer Arbeit

Ein Schwerpunkt ist die musische und kreative Arbeit, um die Entwicklung der Kinder körperlich, geistig, emotional und sozial zu fördern. Durch Naturmaterialien können Sinneserfahrungen gemacht werden und die Kinder lernen die Natur und ihre Ressourcen kennen.

Unser Ziel ist es, das Wissen der Kinder und die durch sie in ihrer Umwelt entdeckten Buchstaben und Zahlen aufzugreifen und spielerisch zu vertiefen.

Wir wollen das Lernen als etwas Ganzheitliches verstehen, z.B. „Wie gehe ich mit meinem Körper um“.

Durch Theaterspiele lernen die Kinder, in andere Rollen zu schlüpfen und diese zu verstehen.

Ein anderer Schwerpunkt ist das Lernen und Verhalten innerhalb einer Gruppe.

Durch die Stärkung des Selbstvertrauens sollen die Kinder in die Lage versetzt werden, eigenständig zu handeln und sich mit anderen auseinanderzusetzen. Dadurch lernen sie auch, sich anderen gegenüber tolerant zu verhalten und kooperativ miteinander umzugehen. Jedes Kind soll in seiner Individualität akzeptiert und respektiert werden.

Die Kinder sollen lernen, ihre Gefühle (z.B. Wut, Angst) zu erkennen und zu verstehen. Wir ermutigen sie, ihre positiven und negativen Gefühle (auch uns gegenüber) zu äußern sowie die Gefühle und Bedürfnisse der anderen zu verstehen und zu respektieren.

Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, sich ausprobieren zu können und seine eigenen Grenzen zu erforschen. Bei ernsthafter Gefahr (sich selbst oder anderen Kindern gegenüber) schreiten die Erzieherinnen ein.

Wir wollen der Fantasie der Kinder möglichst wenig Grenzen setzen und sie sowohl bei Spielen als auch bei kreativen Angeboten dabei unterstützen, ihre Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen.

Wir gehen so oft wie möglich raus, denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur ungünstige Kleidung. Bei Ausflügen auf Spielplätze werden Gleichgewicht und Geschicklichkeit gefördert.

Tagesstruktur

Ankommens-/Bringzeit (ab 8:30 Uhr):

Morgens haben wir bereits verschiedene Rituale, um den Kindern den Abschied von ihren Eltern zu erleichtern und ihnen sowie den Eltern ein beruhigendes Gefühl zu vermitteln. Bei Kindern, denen der Abschied etwas schwerer fällt, übergibt das Elternteil sein Kind der Erzieherin von Arm zu Arm, um ihm Sicherheit zu geben und das Vertrauen zu zeigen, welches die Eltern in die Erzieher legen.

Frühstück (ca. 9:00-9:30):

Unser Ziel ist es, ein gemeinsames Frühstück mit den Kindern einzunehmen, um das Sozial- und Gruppenverhalten zu stärken und die Sprache durch die dabei entstehenden Unterhaltungen (Tagesablauf, fehlende Kinder, Wünsche der Kinder etc.) zu fördern.

Es wird darum gebeten, die Kinder bis spätestens 9:00 Uhr zu bringen oder erst nach dem Frühstück ab 9:30 Uhr.

Das Frühstück basiert auf freiwilliger Teilnahme. Wir laden Kinder (mehrmals) und auch Eltern zum Frühstück ein. Die Erzieherinnen begleiten das Frühstück.

Die Teilhabe der Kinder beim/am Essen ist uns besonders wichtig: Dazu gehören die Vorbereitungen, der Tischdienst, „Sag mir, was du möchtest“, sowie das selbstständige Auffüllen des Essens unter Berücksichtigung des Kindesalters. Auch die Wahrnehmungsstärkung (z.B. „Wann bin ich satt?“) ist ein wesentlicher Aspekt.

Freispielzeit:

Die Bedeutung der Freispielzeit ist nicht zu unterschätzen, da die Kinder dabei Spielpartner, Ort und Material frei wählen, sowie den Spielverlauf, die Art und Dauer ihrer Tätigkeit selbst gestalten. Sie sammeln im Spiel Erfahrungen mit Anderen, treffen Absprachen, finden Kompromisse, streiten sich und lernen, sich in der Gruppe einzuordnen, zurückzustecken, aber auch die eigene Meinung zu vertreten und ihre Gegenüber zu überzeugen.

Dies alles fördert ihr Gefühl von Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein.

Die Erzieherinnen bieten den Rahmen für das Freispiel, indem sie den Kindern Raum, Material und Sicherheit geben und es als offene Lernsituation organisieren. Wir unterstützen Kinder dabei, Anschluss zu finden und fördern das Zusammenspiel.

Das Material ist im Rahmen von gewissen Absprachen frei zugänglich.

Eingeführte Regeln bieten den Rahmen und geben den Kindern Sicherheit. Sie legen Pflichten fest, bieten aber gleichzeitig auch Rechte. Bei Konflikten zwischen den Kindern steht für uns nicht die Schuldfrage im Fokus, sondern der Lösungsweg. Wir ermutigen die Kinder dazu, diesen selbst zu finden.

Externe und interne Angebote:

In der EKT werden wöchentlich verschiedene pädagogische Angebote durchgeführt.

Montags kommt Georgia, eine Musikpädagogin, die mit den Kindern musiziert, tanzt und mit ihnen kleinere themenbezogene Angebote durchführt.

Der Dienstag steht den Kindern und Erzieherinnen zur freien Verfügung und wird dadurch oft für Angebote genutzt.

Mittwochs gehen wir in die nahegelegene Grundschule und machen Unterricht und Turnen mit den Schulkindern des „Campus Hannah Höch“.

Donnerstags ist Spielzeugtag, an dem die Kinder je ein eigenes Spielzeug von zuhause mitbringen dürfen.

Freitags ist Ausklangtag mit regelmäßigen Theatervorführungen sowohl durch Erzieherinnen als auch durch die Kinder.

Regelmäßige Aufräumzeit:

In der Freispielzeit darf es bei uns auch gerne „unordentlich“ werden, weil aus unserer Sicht das kreative Spiel nicht nur geradlinig verläuft. Aus diesem Grund ist für uns auch das regelmäßige und gemeinsame Aufräumen ein wichtiges Anliegen im Kitaalltag.

Wir kündigen das Aufräumen ca. 10 Minuten vorher an, damit die Kinder wissen, dass ihr Spiel bald zu Ende ist.

Die Erzieherinnen gehen dabei mit gutem Vorbild voran, indem sie tatkräftig mithelfen. Uns ist es wichtig, die äußere und somit auch die innere Ordnung für die Kinder wieder herzustellen („Alles ist wieder an seinem Platz, jetzt kann es mit etwas anderem weitergehen und später finde ich die Sachen auch wieder, die ich brauche, weil sie an ihrem Platz sind“).

Zauberkreis/Kinderkonferenz:

Der „Zauberkreis“ ist ein täglicher Mittagskreis, in welchem die aktuellen Themen des Kita-Alltags besprochen werden und die Gruppe nach einem dynamischen Freispiel wieder zur Ruhe kommen kann. Durch ihn werden sowohl kommunikative als auch soziale Fähigkeiten der Kinder gestärkt.

Es gibt jeden Tag ein „Kochkind“, welches als erstes alleine oder gemeinsam mit bis zu zwei ausgewählten Kindern eine Vorführung machen darf. Anschließend wählt es der Reihe nach die weiteren Kinder aus, damit diese eine eigene Vorführung machen können.

Das vorführende Kind denkt sich aus, woraus die Vorführung bestehen soll (z.B. eine „Verwandlung“ in Tiere oder Gegenstände, Tanz- oder Gesangsauftritte).

Nachdem jedes Kind auf freiwilliger Basis an der Reihe war, werden alle Kinder „in Tiere verwandelt“ und gehen gemeinsam zum Mittagessen.

Mittagessen (ca. 11:30-12:00):

Die Teilhabe der Kinder am Mittagessen ist ein wichtiger Bestandteil des Kita-Alltags. Der Essensplan wird gemeinsam durch eine Abstimmung der Kinder gestaltet.

Sie bedienen sich selbstständig mit Getränken und Essen, wobei wir sie dazu anregen, auf ihren Hunger zu hören und sich nicht zu überessen. Die Kinder bekommen Porzellangeschirr, um ihre Achtsamkeit für die Gegenstände zu fördern.

Einmal in der Woche gibt es nach dem Mittagessen etwas Süßes.

Zähne putzen:

Alle Kinder putzen sich nach dem Mittagessen selbstständig ihre Zähne. Wir putzen die Zähne nicht nach. Wir unterstützen und motivieren sie dabei durch ein ritualisiertes Zahnputzlied, welches wir, demonstrativ mit passenden Bewegungen, dazu singen.

Mittagspause:

Die Kinder machen ab 12:30 Uhr eine Mittagspause. Diese wird durch verschiedene Rituale eingeleitet. Jedes Kind sucht sich eine Matratze und schaut sich in Ruhe ein Buch an, bis die Gruppe vollständig ist.

Anschließend gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Mittagspause verläuft:

– Jedes Kind sucht sich ein Buch aus, welche nacheinander von den Erzieherinnen ruhig vorgelesen werden oder

– die Kinder nennen verschiedene Stichworte, aus welchen eine Erzieherin eine Geschichte erfindet oder

– es wird eine Hörspiel-Geschichte mithilfe einer „Toniebox“ abgespielt oder

– es wird ruhige Entspannungsmusik abgespielt.

Die Kinder können individuelle „Wohlfühlsachen“ (z.B. Schnuller, Kuscheldecke, Stofftier, etc.) mitbringen.

Abholzeit:

In der Abholzeit haben wir ein besonderes Auge auf die noch nicht abgeholten Kinder. Möglicherweise würde ansonsten Langeweile aufkommen, da keine Spielpartner mehr da sind oder Traurigkeit würde in ihnen aufsteigen, weil sie noch nicht abgeholt wurden. Unter diesem Bewusstsein, dass dies eine sensible Zeit für Kinder sein kann, haben wir sie besonders im Blick und gehen individuell auf die Kinder ein.

Tür und Angelgespräche:

Es bietet sich auch immer wieder Zeit für kurze Tür- und Angelgespräche, die allerdings nicht für schwerwiegende pädagogische Themen genutzt werden können, um Missverständnisse zu vermeiden. Stattdessen bieten wir den Eltern in diesem Fall gerne ein Elterngespräch an.

Eingewöhnung

Unser Anliegen bei der Eingewöhnung ist es, den Kindern einen sanften Übergang von der vertrauten Umgebung und den Eltern zu uns als Erzieher zu ermöglichen.

Dabei steht für uns an oberster Stelle, traumatische Erlebnisse für die Kinder zu vermeiden. Wir möchten das Kind mit seinen Besonderheiten und Eigenarten kennenlernen, sein Zutrauen gewinnen und ihm ermöglichen, sich mit einer neuen Bezugsperson bekannt zu machen, während die Eltern noch in Reichweite sind. Die Eltern stellen für das Kind in diesem Fall die nötige Sicherheit dar, damit sich das Kind gerne öffnet und sich auf das Neue einlässt (die neue Umgebung und uns Erzieherinnen).

Zum Einstieg in die Eingewöhnung geben wir den Eltern die Broschüre „Sanfte Eingewöhnung“ mit.

Genauer teilt sich die Eingewöhnung bei uns in vier Phasen auf.

Beginnend mit der Grundphase (mehrtägig), bei der ein Elternteil das Kind in die Kita begleitet und sich zusammen mit ihm in der Kindergruppe aufhält. Mit der Zeit ist die Bezugsperson weiterhin anwesend, verhält sich jedoch eher zurückhaltend/passiv, beobachtend und überlässt den Umgang mit dem Kind so weit wie möglich den Erzieherinnen, um ein Kennenlernen zwischen Kind und Erzieherin zu unterstützen, wobei das Kind nichtsdestotrotz das Gefühl braucht, das Elternteil im Hintergrund sicher zu wissen. Trennungsversuche finden in der ersten Phase nicht statt.

In der zweiten Phase (Trennungsphase) wird nach den ersten Tagen ein Trennungsversuch unternommen. Bei Anzeichen von Verstörung kommt die Bezugsperson umgehend zurück (muss also erreichbar bleiben). Nach dem ersten Trennungsversuch reflektieren wir den Verlauf und klären die Frage, ob die Anwesenheit der Bezugsperson für das Kind noch weiter von elementarer Bedeutung ist (da die Ausdehnung der Anwesenheit der Bezugsperson eher von Nachteil für die sanfte Eingewöhnung des Kindes in der Kita ist).

Die dritte Phase (Die Stabilisierungsphase) beinhaltet, dass eine Erzieherin die Versorgung des Kindes im Beisein der Bezugsperson übernimmt und auch als erstes auf Signale des Kindes reagiert. Die Trennungszeiträume werden immer länger, aber die Bezugsperson hält sich noch in der Nähe auf, um gegebenenfalls da zu sein. Des Weiteren führen wir in dieser Phase ein kurzes Abschiedsritual zwischen Kind und Elternteil ein. Akzeptiert das Kind die Trennung noch nicht, müssen wir bis zur zweiten Woche warten.

Die Schlussphase besteht daraus, dass die Bezugsperson nicht mehr in der Kita bleibt, aber noch erreichbar ist.

Die sanfte Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind die Erzieherin als sichere Basis akzeptiert, das heißt, dass es sich von den Erzieherinnen trösten und beruhigen lässt.

Zusammenfassend möchten wir sagen, dass es uns am Herzen liegt, dass sich die Kinder bei uns angenommen fühlen. So entwickeln sie ganz selbstverständlich eine positive Grundstimmung und Interesse am Gruppengeschehen, womit gemeinsam ein großer Schritt in Richtung Unabhängigkeit gemacht wird.

Wickeln

Das Wickeln stellt in unserer Arbeit einen wesentlichen Bestandteil der Beziehungs- und Bindungsarbeit dar und wird erst von der Erzieherin übernommen, sobald die Eingewöhnung des Kindes in der Einrichtung vollendet ist.

Das Wickeln ist bei uns eine sensible und behutsame Eins-zu-Eins Betreuung auf Augenhöhe, bei der allein die Kinder das Tempo bestimmen.

Des Weiteren liegt unser Augenmerk auf dem Augenkontakt mit dem Kind, der nonverbalen sowie verbalen Kommunikation und der Erziehung zur Selbstständigkeit beim An- und Ausziehen, damit die Kinder so viel wie möglich autonom machen. Dabei bieten wir ihnen in Absprache mit ihren Eltern immer wieder den Toilettengang an, versuchen sie zu motivieren und führen sie so an die windelfreie Zeit heran.

Schlafen und Ruhe

Durch die Schlafphase vermitteln wir den Kindern Geborgenheit und emotionale Sicherheit. Wir gehen dabei immer vom Bedürfnis des Kindes aus und lehnen es ab, Kinder aufgrund der Elternwünsche künstlich wach zu halten oder zum Schlafen zu zwingen. Die Kinder schlafen bei uns aus. Wir wecken sie nicht, da wir davon überzeugt sind, dass sich die Kinder ihren Schlaf holen, wenn sie ihn brauchen, und wir sie nicht davon abhalten wollen.

Wenn einige Kinder eingeschlafen sind, gehen die Erzieherinnen gemeinsam mit den restlichen Kindern runter in den Toberaum, wo diese sich eine Beschäftigung aussuchen können.

Zusammenfassend ist uns wichtig, die individuellen Schlaf- und Ruhebedürfnisse zu berücksichtigen.

Wir fördern, dass das Ruhen und Schlafen bei uns für die Kinder ein positives Erlebnis ist, dabei achten wir auf eine angenehme, entspannte und kuschelige Atmosphäre. Weiterhin fokussieren wir Ruhe und Gelassenheit auf allen Seiten (Kinder und Erzieherinnen) und vermeiden Hektik und Druck.

Außerdem bieten wir den Kindern Rückzugsmöglichkeiten, um Reizüberflutungen zu vermeiden und um ihnen die nötige Ruhe zu ermöglichen, die vielen Erlebnisse des Kita-Alltags zu verarbeiten.

Wir legen Wert auf die Integration mehrerer Ruhephasen im Tagesablauf, um einen ausgeglichenen Wechsel zwischen An- und Entspannung im Kita-Alltag zu schaffen.

Vorschulzeit (mindestens zweimal pro Woche)

Unser Ziel dabei ist es, die Neugierde und die Freude der Kinder am Lernen ohne Zwang und Druck zu unterstützen und weiter zu fördern. Wir bereiten die Kinder so langsam und behutsam auf den neuen Lebensabschnitt „Grundschule“ vor. Die Kinder (ab fünf Jahren) werden spielerisch an das Prinzip Schule herangeführt, indem ihr Sprach- und Zahlengefühl, sowie ihre Konzentration und Feinmotorik gefördert werden. Die Kinder lernen bei uns nicht schreiben und rechnen.

Wir nehmen stattdessen die Interessen der Kinder auf und beschäftigen uns so mit den Themen ihrer aktuellen Lebenswelt. Wir legen großen Wert darauf, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken und ihnen die nötige Sicherheit für den kommenden Lebensabschnitt zu geben. Aus diesem Grund besuchen wir im Rahmen der „Vorschule“ auch jedes Jahr die zukünftige Schule der Kinder. Wir üben mit den Kindern Teamarbeit und das Freisprechen vor anderen. Wir fördern ihre Kommunikation und Meinungsäußerung, indem wir sie danach fragen, was ihnen bei Aktivitäten und Angeboten am besten oder überhaupt nicht gefallen hat. Außerdem ermutigen wir sie, ausführlich zu beschreiben, was gemacht wurde, aktiv zuzuhören und andere aussprechen zu lassen.

Essen/ Nahrung

Mittagessen und Vesper bekommen wir von „Gourmello e.V.“ (http://www.gourmello.de/index.html) geliefert. Das Essen besteht zu 80% aus Biolebensmitteln (aus ökologischer Landwirtschaft).

Obst und Gemüse stehen den Kindern den ganzen Tag über zur Verfügung. Sie können sich selbst bedienen, ebenso bei Wasser, Sprudelwasser und ungesüßtem Tee.

Bei Festen und besonderen Anlässen gibt es zur Feier des Tages Süßigkeiten.

Partizipation

Wir betrachten Kinder als gleichwertige und kompetente Menschen mit eigenen Rechten. Daraus erschließt sich unsere Ansicht, die Kinder an bestimmten Entscheidungen, die sie oder die Gemeinschaft betreffen, teilhaben zu lassen.

So entwickeln die Kinder sich zu selbstbewussten und kommunikativen Persönlichkeiten, die in der Lage sind, Argumente abzuwägen und ihre eigene Meinung zu vertreten.

Inklusion

Unser Standpunkt zu dieser Thematik ist, dass wir uns verpflichten, alle Kinder gleich zu behandeln. Wir sind davon überzeugt, dass bereits in der Kita-Zeit der Grundstein für weitere Erfahrungen im Erleben und Umgang mit Inklusion gelegt wird und somit auch im Fokus unserer pädagogischen Arbeit steht. Die Verschiedenheit der Kinder finden wir spannend und wichtig. Aus diesem Grund werden bei uns die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Stärken und Schwächen der Kinder akzeptiert und individuell gefördert. Um dies zu erreichen, setzen wir uns engmaschige Bildungs- und Entwicklungsziele, die wir fortlaufend im Blick haben und neu anpassen bzw. verändern.

Elternarbeit

Je nach Bedarf finden mehrere Elternabende im Jahr statt. Im pädagogischen Alltag bieten sich immer wieder Gelegenheiten (während der Bring- und Abholsituation) wertvolle, situationsangemessene Tür- und Angelgespräche zu führen.

Bei unserer Umsetzung von Partizipation nehmen nicht nur die Kinder eine entscheidende Rolle ein, sondern auch die Eltern in Bezug auf die Elternarbeit.

Der Vorstand der Elterninitiativ-Kindertagesstätte besteht aus Eltern.

Zweimal pro Jahr findet bei uns ein ausführlicher Großputz statt, der durch Eltern organisiert und durchgeführt wird. Kochen müssen die Eltern bei uns nicht, wir werden von „Gourmello e.V.“ beliefert. Allerdings wünschen wir uns für Ausflüge und bei personaltechnischen Engpässen Unterstützung und Einsatzbereitschaft von den Eltern.

Des Weiteren soll ein Elternteil freitags die anfallende Wäsche mit nach Hause nehmen und säubern.

Insgesamt sind 24 Stunden (2 Stunden pro Monat) Elternarbeit pro Jahr durch die Elternteile einer Familie zu leisten, beispielsweise bei Engpässen durch Krankheit im Team, durch die Begleitung bei Ausflügen, die Erledigung von Einkäufen und Reparaturen, etc.

Es ist erwünscht, dass die Eltern ihre Stärken und Interessen mit in den Kitaalltag einbringen, z.B. Musikinstrumente spielen, Gebärdensprache, Bastelangebote etc.

Verkehrserziehung

Unser Ziel dabei ist es, dass die Kinder sich auch außerhalb der Räume zurechtfinden und die Fähigkeit entwickeln, selbstständig und vor allem sicher auch vielbefahrene und unbekannte Straßen zu überqueren. Wir wollen die Aufmerksamkeit der Kinder und ihr Verständnis für Abläufe im Straßenverkehr unterstützen bzw. fördern, damit sie straßensicherer werden und sich darin üben, auf sich selbst und auch auf andere achtzugeben.

Feste, Feiern und kulturelle Vielfalt

Wir feiern Geburtstage der Kinder mit zahlreichen Ritualen, wie zum Beispiel dem Geburtstagsthron, einer Wunschwunderkerze, einer geschmückten Geburtstagstafel und mehr. Des Weiteren feiern wir Fasching, Ostern, Zuckerfest, Sommerfest (Schultüten- und Abschlussfest), Laternenfest und Nikolaus.

Die Eltern werden bei der Planung, Organisation und Durchführung dieser Anlässe miteinbezogen. Wir akzeptieren und wünschen uns eine Vielfalt an Religionen und Kulturen.

Projekte

Bei Projekten ist uns die Abgrenzung zu unseren täglichen Angeboten wichtig. Wir verstehen unter einem Projekt die vielfältige Auseinandersetzung mit einem für die Kinder spannenden und aufregenden Thema aus ihrer aktuellen Lebenswelt. Die Idee für das Projektthema sollte vorrangig durch und von den Kindern aus entstehen. Die Dauer eines Projektes ist offen und wird von dem Interesse der mitwirkenden Kinder bestimmt. Die Erzieherin ist dabei Begleiter, Unterstützer und eher selten Impulsgeber.

Von großer Bedeutung ist für uns dabei die Partizipation der einzelnen Kinder, durch deren Engagement und Interesse der Umfang der Projektarbeit bestimmt wird. Besonderen Wert legen wir hierbei auf Ko-konstruktive und Selbstbildungsprozesse. Genauer bedeutet dies, dass nicht das Endprodukt bei unseren Projekten im Fokus steht, sondern die soziale Entwicklung der Kindergruppe und des einzelnen Kindes (Prozessorientierung). Die Neugierde und die Freude der Kinder am Lernen wollen wir so noch weiter fördern.

Die Einbeziehung der Eltern und anderer externer Experten ist uns dabei sehr wichtig. Unser Ziel ist es, jährlich ein Projekt mit den Kindern auf die Beine zu stellen.

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